Nina die Spanien-Lady
Das ist also Nina, unser spanisches Mädchen. Nina ist jetzt schon 15 Jahre und als sie zwei Jahre alt war, wurde sie per Flugzeug aus einer Tier-Auffang-Station von Mallorca nach Köln gebracht. Die kleine Maus hatte damals kaum Haare, nur dünne Fuseln, durch die man überall die Haut durch sehen konnte. Sie sollte eigentlich der neue Hund für Tante sein. Da diese aber krank wurde, war sie nur kurz bei ihr, dann 5,5 Monate bei uns und danach wieder bei Tantchen. Deshalb denkt sie auch, sie ist bei uns zu Hause und bei der Tante nur immer zu Besuch. Darum holen wir sie auch alle 2-3 Wochen, für mehrere Tage (manchmal werden bis zu 3 Wochen daraus) zu uns. Sie hat bei uns ihre Freunde und versteht immer noch nicht so ganz, was sie denn so schlimmes getan haben muss, wenn sie wieder zurück geht. Sie hat es bei Tantchen so gut angetroffen, aber zu Hause ist sie doch bei uns.
Nina ist eine absolut liebe Hündin. Sie verträgt sich mit allem, was da so kreucht und fleucht, krabbelt und läuft. Sie knurrt keine anderen Hunde an und zwicken tut sie nur die großen Rüden, wenn sie gar zu aufdringlich zu ihr sind. Aber sie ist eine große Egoistin. Immer zuerst Nina, bei allem und jedem und dann irgendwann die Anderen. Mit Rocky, unserem ersten Retriever, hat sie es immer so gemacht und er war ein großer Kavalier, hat sich gefallen lassen, daß sie ihm alle Spielsachen und seine Leckerchen geklaut hat, immer der Erste an der Tür war, seine Plätze eingenommen hat und sich überall vorgedrängt hat.


sooo viele Blumen!!!

Wie man sieht-----Rocky quetscht sich an die Seite,
Nina mitten drin!!!
Mit Leon kann sie das nicht machen. Da er der größte Egoist unter der Sonne ist, kommt sie bei ihm natürlich nicht damit weiter. Er setzt sich auf liebe Art bei ihr durch, oder legt sich einfach auf sie drauf, wenn mal wieder sein Platz von Nina belegt ist. Sie muss dann schnell unter ihm herauskrabbeln, sonst könnte es eng werden. Die kleine Spanienmaus hat schnell begriffen, das es hier keine Diskussion gibt und Leon der Boß ist.
Leon liegt mitten auf der Decke und Nina quetscht sich an die Seite -- das Bild hat sich geändert!
Nina ist ein unproblematischer kleiner Hund. Wenn man bedenkt, was sie in Spanien alles nicht kennengelernt hat, ist es erstaunlich, dass sie vor nichts Angst hat. Weder lauter Straßenverkehr, noch Silvesterknallerei, Gewitter, durch die Stadt gehen, mit der Scheermaschine Haare schneiden oder dem Föhn trocken föhnen -- sie benimmt sich immer, als wenn es nie etwas anderes für sie gegeben hätte. So hat sie sich auch von Anfang an gleich mit den Katzen vertragen. Hat sofort begriffen, dass wir eine Zicke und einen Schmuser haben und sich gleich von Samson der Zickenkatze fern gehalten.
So viel Schnee mag sie allerdings nicht so gern,
und schwimmen kann die kleine Maus auch.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wie unsere Hunde sich gegenseitig zum Gehorsam erziehen, da jeder alles besser machen will als der Andere.
Da sie auch mit 14,5 Jahren noch eine total verrückte Spanierin ist, die nie etwas langsam machen kann, passiert es ab und zu, dass sie einige Zeit Schmerzen hat und hinkt. Mit den richtigen Tabletten bekommen wir das zum Glück immer in wenigen Tagen wieder hin. Nun kommt nachts eine leichte Inkontinenz dazu, gegen die sie auch Tabletten bekommt, die ihr sehr gut helfen.
Vom Temperament her merkt man ihr die 15,5 Jahre kaum an. Wenn sie andere Hunde trifft, ist sie für kurze Zeit immer noch die super wilde spanische Maus, die sie immer war. Sie kann sich einfach nicht langsam bewegen. Aber zu lange Spaziergänge schafft sie dann doch nicht mehr so gut und es geht ihr manchmal etwas die Puste aus. Nach einer Untersuchung braucht sie nun auch Herztabletten, weil sie öfters mal hustet. Seit Neuestem sieht und hört sie auch nicht mehr so gut. Auf Spaziergängen muß man sie nun doch besser mit der langen Leine führen, denn es kann passieren, dass sie plötzlich unkontrolliert wegläuft und sich nicht einfangen läßt, da sie richtig panisch wird.
Sie ist halt doch eine alte Omi von 94 Jahren (Menschenalter) und das läßt sich nun wohl nicht mehr länger verheimlichen. Nina ist immer noch lieb zu jedem, wird aber nun auch stur und senil und wenn ihr etwas nicht paßt, hört sie es einfach nicht. Aber auch Leckerchen gehen manchmal so an ihr vorbei und sie bekommt nicht mit, wenn Leon und seine Freunde etwas bekommen. Also ist es nicht nur Sturheit. Seit dem sie schlecht sieht und hört, ist sie allerdings noch neugieriger geworden und sie läßt mich nicht mehr aus den Augen und verfolgt mich auf Schritt und Tritt - oder ist es vielleicht eine altersbedingte Verlustangst???


Nina´s Lebensgeschichte, ihr trauriges Schicksal in der spanischen Tötungs-Station, die Rettung, das Leben in Deutschland und viele lustige Episoden, habe ich in meinem dritten Buch aufgeschrieben. Es ist sehr lustig und spannend zu lesen. Ein nettes Mitbringsel für Jung und Alt.
Es wird für 7,00 Euro incl. Porto Büchersendung verkauft, davon gehen 2,00 € als Spende an www.perrera-dogs.de.
Das Buch ist über mich zu bekommen, wie auch die beiden Katzenbücher.
23.07.07 18.15 Uhr hatten wir ein Live Interview beim Die Aufregung und der Nervenstress läßt uns alle schon tagelang vorher nicht schlafen. Es ist schon was besonderes im Fernsehen übertragen zu werden und dann auch noch live, wenn man sich da verspricht - ist nicht mehr zu ändern. Nun ja, es wird schon gut gehen.
Oh ja, es war eine total aufregende Sache und selbst Nina war komplett anders als sonst. Wo war denn das spanische Temperament nur geblieben? Man hatte das Gefühl, sie vergass das Atmen. Sie war so ruhig und zurückhaltend, so ganz das Gegenteil von sonst - immer alles im Laufschritt, nur ja überall reinschauen, könnte man ja sonst was verpassen. Und nun saß sie brav neben mir im Vorbereitungsraum und bewegte sich nicht. Sie ließ sich von keinem anfassen und ging auch zu keinem hin. Schaute mich immer nur an: "mache ich das richtig?" Hätte ich nicht gedacht, dass sich unsere Nervosität so auf sie übertragen würde. Sonst immer nur "Hans Dampf in allen Gassen" war sie nicht wiederzuerkennen. Auch im Schminkraum zeigt sie kein Interesse für ihre Umwelt. War schon seltsam, hätte ich nie erwartet.
Dann ging`s ins Studio und Nina legte sich sofort neben mich hin und schaute nur noch interessiert in den Monitor, der unter der Kamera stand und in dem wir uns alle sehen konnten. Keine Leine, kein Kommando, kein rumrennen, fast kein Atmen - seltsam. Die Perrera-Dog Tierschützer brachten ihre Anliegen zum Tierschutz vor, weshalb wir ja hauptsächlich da waren, baten um Hilfe, Spenden und Flugpaten. Ich wurde zu Nina befragt und dann stellten sie meine Bücher vor. Es wurde auch erwähnt, dass ich ein neues Buch über die Perreras - die Tötungs-Stationen und die Arbeit der Tierschützer mit ihren traurigen und oft sehr grausamen Erlebnissen schreibe. Es wird auch von Happy-Dogs handeln und den Geschichten und Tagebuch-Aufzeichnungen der glücklichen Vermittlungen und dem Leben in ihren neuen Familien.
Einen dicken Versprecher konnte ich leider nicht verhindern. Das Wort wollte mir einfach nicht über die Lippen und es kam allerseits zu einem kurzen Gelächter, was die Situation aber nur auflockerte. Nun, das habe ich auch überlebt.
Als wir wieder im Aufenthaltsraum waren, taute auch Nina so langsam auf und interessierte sich für ihre Umwelt. Jetzt waren wir ja auch nicht mehr aufgeregt und das merkte die kleine Maus sofort. Ich bin mir nicht sicher, warum sie so ruhig war. Vielleicht hatte sie Angst, es würde mit ihr etwas geschehen, da ja sehr viel über sie gesprochen wurde und immer wieder ihr Name fiel.
Wir hoffen nur alle, dass sich durch unseren Auftritt in der Sendung viele Menschen aufgerüttelt fühlen, mal in die Homepage der Perrera-Dogs schauen und sich informieren, wie gut diese Tierschutzengel ihre Ehrenamtliche Arbeit machen.